So legte ich lange Jahre die aktuellen Briefmarken auf einen "Haufen". Später kam durch die Tätigkeit als Lehrer für Mathematik und Physik auch die Idee, in diesen Gebieten die Briefmarken zu sammeln. Für einen ordentlichen DDR-Bürger bekam ich viele der von mir gesuchten Motive nicht oder nur mit großer Mühe.
Inzwischen sind die Möglichkeiten grundlegend besser und die "freien" Geldmittel bestimmen die Beschaffung weiterer Briefmarken.
Um den ersten Vortrag zur Geschichte der Mathematik
vorzubereiten, mußten viele Bücher gelesen werden. Sehr schnell
fand ich Originale von Adam Ries und anderen
Rechenmeistern in der Erfurter Bibliothek.
Das Lesen der alte Texte bereitete Spaß
und erinnert immer wieder an die gegenwärtigen Diskussionen zur Rechtsschreibreform.
In den Rechenbüchern des 16. Jahrhundert findet man manchmal auf einer Seite ein Wort in verschiedenen Schreibweisen. Damit hängt auch zusammen, daß die Diskussionen bis heute über den Namen des Rechenmeister nicht abreißen, heißt er Riese oder Ries.
Aus den immer größer werdenden Kenntnissen über Adam Ries und andere Rechenmeister ergab sich im Jahre 1990 die Möglichkeit, den 500. Geburtstag von Ries in hauptamtlicher Tätigkeit vorzubereiten. Es entstand der Nachdruck eines Originals von Adam Ries.
Eine Ausstellung zur Würdigung von Adam Ries und seinen Erfurter Leistungen konnte ich in und mit der Deutschen Bank Erfurt vorbereiten.
Sehr viel Freude bereitete die gemeinsame Vorbereitung des Jubiläums mit Staffelstein in Oberfranken, wo man endlich hinfahren durfte, und Annaberg-Buchholz im Erzgebirge, wo Adam Ries ein sehr bedeutender Bergbeamter wurde.